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Es
ist wieder sehr viel Zeit seit dem letzten Besuch der Bruchwaldhöhle
verstrichen, genauer gesagt beinahe 8 Jahre (siehe Bericht vom Februar
2001). Damals versprach ich zu versuchen im vorderen Bereich der Höhle
noch einen Überhang zu erklimmen, um eine mögliche Fortsetzung der Höhle
zu finden. Da diese Wand jedoch weitaus schwieriger erschien, brauchte
es natürlich etwas mehr Vorbereitungszeit. Ok, acht Jahre sind schon
etwas lang! Dafür ist es mir aber gelungen, ein schlagkräftiges Team aus
verschiedenen Spezialisten zusammenzustellen. Reto war der
Kletterspezialist, Celine die Sicherheitsexpertin, Marco der Techniker,
Mike war zuständig für die ganz schmutzigen und nassen Gänge, Werni für
die Tourenführung sowie die Medienberichterstattung, Dani als
Nachwuchskletterer und Ersatz für Reto, Tamara war verantwortlich meine
Fototasche möglichst sauber durch die Höhle zu schleifen, und nicht zu
vergessen: die männliche Höhlenjungfrau, deren erste Höhlentour es war (
seinen Namen habe ich jedoch unglaublicher Weise vergessen). Da Celine
aus der Region Basel kommt, war auch das Verhältnis zwischen Zürchern
und Baslern im Team ausgeglichen. Ob das wohl gut geht: Basler und
Zürcher in einer lebensgefährlichen Mission?
Der Aufstieg war wie erwartet mühsam, steil und
unwegsam durch Wald und Dickicht. Hinterlistige Pflanzen der Gattung
Brennnesseln setzten uns zusätzlich zu, weiter vorangekommen kämpften
wir dann noch mit Himbeerstauden und sonstigem stacheligen Gewächs.
Tamara, die Jüngste im Team, war hier klar benachteiligt, sie machte
immer wieder Bekanntschaft mit den erwähnten Pflanzen, in der Höhle
lagen dann aber die Vorteile wieder bei ihr. Eine gute Stunde war
vergangen, ehe wir den Höhleneingang sicher erreichten. Ja, ja, beim
Einstieg in den Wald hätte ich eine etwas einfachere Variante wählen
können, aber wieso immer nur einfach?
Nach einer kurzen Verpflegungspause konnten es einige
kaum erwarten in die Höhle einzusteigen. Celine und Reto stritten
förmlich, wer als erster durch den engen Eingang kriechen durfte. Tamara
schaute sich zunächst den schmalen Eingang noch etwas skeptisch an,
schliesslich war es auch für sie die erste Höhlentour. Da sich aber das
ganze Team um Tamara gekümmert hatte, fühlte sie sich schnell sicher und
bewältigte die gesamte Tour absolut bravourös. Die Höhle präsentierte
sich auch nach acht Jahren noch immer in ihrer prachtvollen Schönheit.
Das ganze Team war überwältigt von den zahlreichen Stalaktiten und
Stalagmiten, den Sinterbildungen und den schönen Felsformationen.
Nachdem alle die Halle am Ende der Höhle erreicht hatten, musste noch
eine enge sehr schmutzige und nasse Engstelle inspiziert werden. Obwohl
dieser Gang schon vor Jahren durch Stefan erkundet worden war, wollten
wir doch sicher sein, dass es hier keine Fortsetzung mehr gab. Jetzt war
wieder ein Spezialist gefragt: Mike übernahm das schwere Los und kroch
in den stellenweise sehr engen Gang. Nach einigen Metern Schlammbad
wurde der Gang dann aber zu eng um weiter vorstossen zu können. Ehrlich
gesagt, jeder von uns war froh, dass Mike keine Fortsetzung gefunden
hatte. Dem Leser wird es sicher klar, sobald er sich das Foto von Mike
ansieht. Danach stand noch die unüberwindbar scheinende Wand im vorderen
Bereich der
Höhle
auf dem Programm. Jetzt kamen Celine und Reto zum Zug. Celine bereitete
schon einmal die Sicherung von Reto vor, während Reto die
Hightech-Strickleiter von unserem Technikverantwortlichen Marco bereit
machte. Dabei handelt es sich um eine eigens für die Bruchwaldhöhle
angefertigte Leiter, eine edles Teil komplett aus rostfreien Komponenten
hergestellt. Dabei sah meine alte Strickleiter aus ein paar Aluprofilen
und etwas Seil eher blass aus. Ein paar alte rostige Haken waren sehr
willkommen um die Leitern einzuhängen. So arbeitete sich Reto Zentimeter
um Zentimeter nach oben. Celine sicherte zuverlässig, jedenfalls solange
bis sie einmal kurz austreten musste. Reto verlor sowieso allmählich die
Kraft, auch die Zeit verstrich wie im Flug und Celine kurzes Austreten
war nun schon eine halbe Stunde. So durfte dann noch Dani, unser
Nachwuchskletterer, in den Klettergurt steigen. Seine Aufgabe bestand
darin, die vier Strickleitern wieder auszuhängen. Somit war klar, der
erste Versuch war gescheitert, die Zeit wurde zu knapp. Zudem war es
auch äusserst zweifelhaft, ob dort oben überhaupt eine begehbare
Fortsetzung existierte, wir glauben eher nicht mehr daran. Gewissheit
würde aber erst ein weiterer Versuch bringen, mal sehen ob wir es noch
einmal versuchen werden, gut möglich! übrigens: die
Hightech-Strickleiter von Marco muss noch etwas überarbeitet werden. Und
Celine??..... sie nahm ein Sonnenbad vor der Höhle, sie hatte wohl schon
vorher erkannt, dass es heute nicht mehr klappen würde. Auch Mike hat es
vorgezogen die Höhle vorzeitig zu verlassen, warum auch immer?
Zufrieden waren wir aber trotzdem und nahmen
anschliessend den Abstieg unter die Füsse. Gemeinsam genossen wir danach
noch die Abendsonne in einem Gartenrestaurant am schönen Wäggitalersee.
Wer diese Höhle unbeschwerlich und trocken
besuchen will macht am besten die virtuelle Tour durch unsere
Fotogalerie!
Red WBi Juni 2008
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