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Furgglenhöhle im Alpstein
Schon wieder ist unser Höhlenteam aktiv, diesmal
im Alpstein in der Furgglenhöhle. Diese Höhle gehört nicht unbedingt zu
einer Parkplatzhöhle, muss deren Begehung doch zuerst einmal verdient
sein, beachtliche 600 Höhenmeter in fast zwei Stunden Fussmarsch sind zu
bewältigen, ehe man vor dem grossen Höhleneingang steht. Dies wiederum
mit schwerem Rucksack, ist doch die gesamte Ausrüstung in den Rucksäcken
der Teammitglieder verteilt. Einzig Retos Schatz durfte diesmal nicht
mit auf die Tour, nein, Romana war natürlich dabei, ich meinte die
geliebte Bohrmaschine. Auch Celiné durften wir endlich wieder einmal
begrüssen, denn wenn sie nicht im Team ist sind wir einfach nicht in Top
Besetzung! Jemand muss schliesslich die wirklich engen, eklig
schmutzigen, mit Wasserpfützen versetzten Gänge erkunden, wer würde sich
besser eignen als Celiné?
Eigentlich gibt es zu dieser Tour gar nicht so
viel zu berichten, alle waren pünktlich am Ausgangspunkt in
Pfannenstiel, niemandem steckte ein Fischerhacken in der Hand und
Elektrozäune waren keine auszumachen wo uns Romana hätte elektrisieren
können (siehe Bericht der Bärenhöhle. Dass Reto erst unterwegs merkte,
ohne Höhlenbekleidung unterwegs zu sein und wieder zurück laufen musste
um sie noch einzupacken, ist es ja auch nicht wert im Bericht zu
erwähnen. Tamaras etwas zu kleinen Schuhe auch nicht, dies war ja dann
erst auf dem Retourweg ein Problem, Bergauf hatten ihre Zehen noch Platz
in den Schuhen.
Der erste Teil vom Aufstieg ist sehr steil,
sodass wir die kurze Kaffeepause im Restaurant Plattenbödeli sicher
verdient haben, danach geht es eher gemächlich weiter, bevor es dann
weglos die letzen Meter zur Höhle noch mal steil wird.Die Höhle finden wir auf Anhieb, GPS und eine
freundliche Älplerin machen es möglich Kurz umziehen, Materialcheck,
Licht kontrollieren und los geht es in die Tiefen des Alpsteingebirges.
Grosse Dimensionen im Hauptgang mit nur einer kurzen Engstelle und
einigen Felsstufen lassen uns schnell vorwärtskommen. So erreichen wir
bald darauf auch schon den Sayonaradom, Verschiedene Abzweigungen und
eventuell das obere System wollen wir uns später noch ansehen. Zuerst
geht es jetzt, immer noch recht grosszügig dimensioniert steil bergab,
einige Felsstufen sind jetzt schon etwas heikler und erfordern nun unser
Seil. Allmählich wird der Gang enger und enger, nun stossen erst einmal
nur Romana und Reto weiter vor und murksen sich durch einen längeren
Spalt. Später folge ich ihnen, kapituliere aber vorerst mitten im Spalt,
komme mir vor wie eine Scheibe Salami in einem zerdrückten Sandwich.
Romana hat dann ihre ganzen Psychologie-Kenntnisse eingesetzt um mich
aufzubauen, diesen Spalt dennoch zu überwinden.
Zwei weitere Gänge
führen nach dem Spalt weiter, einer jedoch nach wenigen Metern mit
Wasser gefüllt und der andere wird nach 15 Metern extrem eng und mitten
drin eine schlammige Wasserpfütze. Was jetzt, keine Frage, eine Aufgabe
zugeschnitten auf Celiné! Marco, Celine sowie zwei weitere Wahnsinnige
sind in der Zwischenzeit auch bis hier her vorgedrungen, während Romana
und Reto einen Rückzug machten. Mike, normalerweise auch geeignet für
enge und schmutzige Gänge verzichtete schon beim Spalt weiterzugehen,
Tamara habe ich empfohlen ebenfalls zu verzichten, zusammen mit Reto und
Romana erkundeten die beiden danach einen anderen Seitengang. Aber
zurück zur schmuddeligen Engstelle, wo ich einen ersten zaghaften
Versuch unternahm die Stelle zu passieren, es blieb beim Versuch.
Eigentlich müsste man es Kopf voran versuchen, was Marco dann auch tat,
aber auch er kapituliert. Letzte Chance Celiné, nur sie kann das
Geheimnis lüften was hinter diesem Schlupf verborgen ist. Celiné nimmt
die Herausforderung an, kämpft sich Zentimeter um Zentimeter voran,
zögert dann aber auch. War es das jetzt schon? Nein, wir spüren den
eisernen Willen von Celiné und plötzlich verschwinden ihre Beine im
Nichts, sie hat es geschafft! Zwar wird der Gang danach etwas grösser,
wirklich angenehme Dimensionen nimmt er aber leider nicht an. So hat
auch keiner von uns Lust hier ein Schlammbad zu nehmen, obwohl Celiné
schon einen schönen Teil des Wassers aufgesogen hat. In Hörweite zu uns
erkundet sie den Gang noch etwas und bricht die Übung schliesslich ab.
Wie eng es war beweist die Tatsache, dass sie sich durch den Schlupf
sogar ihrem Helm entledigen musste.
Wieder zurück und sichtlich geschafft verlangt sie sogleich einen
Schluck Tee, ja den hat sie sich ja redlich verdient, etwas erstaunt
sind wir aber dann schon als Celiné den Tee gar nicht trank sondern sich
damit den Schmutz aus den Augen spülte. Auch eine Möglichkeit, gut war
da nicht so viel Zucker drin!
Nachdem wir uns wieder
durch den engen Spalt mühten und den steilen Gang bis zu. Sayonaradom
hinter uns gebracht haben, stossen wir wieder zu den anderen. Sie
erkundeten in der Zwischenzeit einen steil nach oben führenden Gang und
erzählen irgendetwas von Steinschlag, hatten wir das nicht schon einmal?
Offensichtlich ist dieser Gang mit viel losem Gestein eher heikel, daher
lassen wir davon ab. Die Hälfte des Teams entschliesst zum nahen Ausgang
zu gehen und die Expedition Furgglenhöhle zu beenden. Das obere
Stockwerk zu sehen, welches nur mit technischem Material zu erreichen
ist, hat keiner mehr Lust. Dies obwohl wir alles Material mühsam bis
hier her transportiert haben, aber auch zeitlich reichte es nicht mehr
für diesen aufwändigen Aufstieg. So nahm der Rest der Truppe noch kurz einen
anderen Gang, ebenfalls eng und steil bergwärts, in Angriff. Als
Fotograf und Reporter hat man ja seine Verpflichtungen, also schloss ich
mich an. Der Gang wurde bald immer steiler und auch hier lagen die
Steine ziemlich lose und da wir ja in diesem Bericht auch schon die
Unfallverhütung angesprochen haben, brechen auch wir hier ab und begeben
uns zum Ausgang
Jetzt brauchte ich noch meine ganze
Überzeugungskraft um die Gruppe noch zum Fussmarsch an den Fälensee zu
bewegen. Mit Erfolg wie man in der Fotogalerie sehen kann, so löschten
wir am wunderschönen Fälensee im Berggasthaus Bollenwees noch unseren
Durst. Anschliessend nahmen wir den sehr steilen Abstieg unter die
Füsse, sehr zum Leidwesen von Tamaras Zehen. Nach insgesamt über 10 Stunden erreichen wir
wohlbehalten unseren Ausgangspunkt.
Fazit dieses Tages:
Celiné ist so
wichtig für das Team wie grössere Schuhe für Tamara und wieder einmal
ein toller Tag mit einem super Team.
Werner Bindschedler 02.07.2011
Fotogalerie
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