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Höhlentrip am Pragelpass
Auf der nahe gelegenen Alp erkundige ich mich, ob es sich hier um das Sukiloch handelt, zuerst starrte mich der junge Mann an als käme ich von einem anderen Sonnensystem! Ich hätte wohl zuerst Helm und Gummihandschuhe ausziehen sollen! Nachdem er doch noch erkannte, dass ich ein menschliches Wesen bin und sogar seine Sprache spreche, erklärte er mir, immer noch völlig verdutzt, dass er nicht wisse was das für eine Höhle ist. Ein älterer Mann stiess hinzu und beschrieb uns den Weg zu einer weiteren Höhle, dem bekannten "Schwyzerschacht", er redete von einer grossen Röhre. Dies verstanden wir im Moment noch nicht, Röhre??? Es war ja ein "Muotathaler", daher schenkten wir der "Röhre" keine Beachtung! Da wir immer noch nicht genug hatten, peilten wir nun den Schwyzerschacht an. Dabei führte der Weg an einer riesigen Doline vorbei, in deren ein grosser Steinblock lag, optisch sah dies wie eine Höhle aus. Erik meinte wir müssten uns das näher ansehen, vergeblich versuchte ich ihm das auszureden, hey hier liegt nur ein Felsblock und darunter ist ein kleiner Hohlraum, mehr nicht. Ich wurde jedoch überstimmt und so stiegen wir in die nächste Höhle ein....... ja ja, es war tatsächlich eine weitere Höhle. Wieder wird es eng, sehr eng aber dahinter ist eine beachtliche Halle. Ein weiterer Gang führt dann wieder weiter, eng, nass und sehr beschwerlich horizontal weiter. Wir brechen hier aber ab, wollen wir doch noch den Schwyzerschacht suchen so steigen wir wider aus der Höhle. Wo ist nun dieser Schacht, wir irren im Neben umher und inspizieren jeden Spalt, jedes Loch, einen Schacht in Form einer Röhre finden wir nicht. Lediglich ein grosses Rohr aus Wellblech welches etwa einen Meter aus dem Boden ragt können wir erkennen. Ja klar...... das ist die gesuchte "RÖHRE", der Einstieg in den Schwyzerschacht! Die Röhre schützt den Eingang, welcher sich in einer Doline befindet vor Versturz und macht die Höhle auch im Winter begehbar (wird wohl eher im Winter besucht). Wir haben noch gut eine Stunde Zeit und vereinbaren mit der Zentrale in Zürich (danke Marco), dass wir noch mal für höchstens eine Stunde in die ewige Dunkelheit absteigen. Gesagt getan, gut 10 Meter führt uns über eine Leiter die Röhre hinab, danach führt ein Gang abwärts zu einer weiteren Leiter, diese führt über eine Felswand von noch mal gut 10 Metern Höhe, jetzt befinden wir uns in einer grossen Halle wo wir auf eine Gedenktafel stossen. Hier verlor in den 70er Jahren ein Höhlenforscher sein Leben, wie wir später erfahren durch Hochwasser. Etwas irritiert folgen wir dem recht grossen Gang weiter in die Höhle. Wunderschöne Tropfsteine und Sinterbildungen erhalten unsere volle Bewunderung, ehe wir an einen Punkt gelangen wo wir kapitulieren müssen. Nein, wir kapitulieren nicht gerne, aber hier ist nun definitiv Endelustig!!! Wir stehen, wohl verstanden mit einigem Sicherheitsabstand, vor einem riesigen Abgrund, wir wagen einmal die Schätzung von über 50 Metern Tiefe. Zwar hängt eine Strickleiter in den Abgrund, sie führt aber irgendwie ins Bodenlose. Einen kleinen Stein, den wir herunterwerfen, ist gut 4 Sekunden im freien Fall!!! Das reicht uns, wir sind uns für einmal einig, Abbruch und Ausstieg aus dem imposanten Schwyzerschacht. Welche Höhle wir letztendlich besuchten wissen wir leider nicht, die Beschreibung vom Sukiloch trifft irgendwie nicht so ganz für unsere Höhle zu, die Lage jedoch schon, möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Ast vom Silbernensystem........ es bleibt ein Rätsel welches wir aber noch lösen möchten. Einzig der Schwyzerschacht gilt als sicher bestimmt! Red. Werner Bindschedler / Oktober 2010 |